Hanno Prettner hat mit der Curare das erfolgreichste Kunstflugmodell des Las Vegas TOC kreiert und immer wieder kommt die Frage auf, wie viele unterschiedliche Versionen es davon gegeben hat.

Der Grund für diese verschiedenen Typen war, die Curare perfekt auf die Bedingungen des jeweiligen Wettkampfortes abzustimmen.

Springfield WC 77 Curare 2 300x289 Die Geschichte der Curare

Classic Curare Logo

Ausgehend von der ersten Basis-Curare (hellblau), die beim zweiten Las Vegas TOC 1975 siegreich war, wurden durch Änderungen am Flügelprofil, Spannweite und Zusatzfunktionen folgende Spezialversionen verwirklicht:

 

  • Curare Basic
TOC 1975 Curare Bennett Schroder 2 202x300 Die Geschichte der Curare

Curare Basic

Spannweite 1,64 m; Flügelprofil original Curare; Zusatzfunktion kombinierte Brems- und Landeklappe; elektrische Radbremsen

Erfolge: TOC Las Vegas Champion 1975; Vizeweltmeister RC-1/F3A 1975

 

  • Curare Prototyp South Africa
1977 South African Champion Curare 2 198x300 Die Geschichte der Curare

Curare South Africa

Spannweite 1,69 m; Flügelprofil dicker mit größerer Prozentzahl zur Anpassung an die Seehöhe von 1900 m in Johannesburg/ Pretoria;

Durch die geringe Luftdichte und Trockenheit war es notwendig ein Profil mit höherem Auftrieb und eine größere Flügelfläche zu verwenden.

Erfolge: South Africa Champion 1976

 

  • Curare Prototyp Las Vegas
the legendary CURARE Prototyp Las Vegas 2 300x202 Die Geschichte der Curare

Curare Las Vegas

Spannweite 1,64 m; Flügelprofil etwas dünner

1976 wurden am Las Vegas TOC erstmals eckige Figuren und gerissene Snap-Figuren geflogen. Die Snap-Flaps (gegenläufig betätigt zum Höhenruder) erlaubten engste Radien und präzise gerissene Rollen und waren DIE Sensation beim TOC 1976.

Erfolge: TOC Las Vegas Champion 1976

 

  • Curare Prototyp Springfield-77
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Curare Springfield

Spannweite 1,63 m; Flügelprofil dünn

Die Weltmeisterschaft 1977/78 wurde in Springfield Ohio USA ausgetragen und für die erwarteten höheren Windgeschwindigkeiten und die höhere Luftdichte wurde diese Curare mit einem dünneren Profil und kleinerer Flügelfläche optimiert.

Erfolge: World Champion 1977/78; Irish Champion 1978

 

  • Curare Prototyp Circus Circus
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Curare Circus Circus –  © Gatschnig

Spannweite 1,62 m; Flügelprofil dünn-optimiert für die hohen Windgeschwindigkeiten in der Wüste von Las Vegas

Erstmalig 1977 wurden beim TOC Snapfiguren in unterschiedlichster Reihenfolge bei Auf-/ und Abwärtsfiguren geflogen. Um die Fluggeschwindigkeit beim Snapbeginn konstant zu halten, war diese Curare mit Snap-Speed-Brakes ausgestattet, die es ermöglichten, die gerissene Rolle mit annähernd immer gleicher Fluggeschwindigkeit zu beginnen. Der Vorteil war ein besser kontrollierbares Snapverhalten.

Erfolge: TOC Las Vegas Champion 1977

DSCN5950 187x300 Die Geschichte der Curare

Curare in Action

Und damit endete die Ära der RC1/F3A-Typmodelle am Las Vegas TOC, denn ab 1978 wurde die TOC Scale Klasse mit den Big Planes eingeführt.

Die Namensgebung von Hanno Prettners Curare wird häufig vom fliegendem Pfeil abgeleitet. Die Meisten vertreten die Meinung, curare bezieht sich aufgrund der Pfeilform des Höhenleitwerks auf das Pfeilgift der Indios, was sich mittlerweile schon eingebürgert hatte,  aber Hanno Prettner hatte einen anderen ursprünglichen Sinn für die Namensgebung dieses Modelles. Übersetzt man nämlich das Wort curare aus dem Lateinischen, so ergibt sich der Ausdruck “für etwas sorgen”, womit Hanno Prettner meinte, dass das Fluggerät kleine Flugfehler aufgrund der höheren Flugstabilität dank des Negativleitwerks verzeiht und ausmerzt, und somit das zweite lateinische Synonym (pflegen) zum tragen kommt, dass die Curare einen gepflegten Flugspaß garantiert.

CURARE 1976 1 300x218 Die Geschichte der Curare

CURARE im Wettkampf

Ausgerüstet waren die verschiedenen Curare-Typen immer mit einem Webra Speed 61 RC Motor mit Webra Dynamix Vergaser und Perry-Membran Treibstoffpumpe. Der Webra Resonanzschalldämpfer war für geringere Lärmemission von Hanno Prettner optimiert und als Fernlenkanlage wurde die Simprop SAM mit Simprop Contest Servos verwendet. Oftmals kam ein Graupner 11×8 Nylonpropeller zum Einsatz, in späterer Folge eine Glasfaser-verstärkte Kato MK 11×8 Luftschraube.

Die Curare von Modellsport Schweighofer entspricht der Curare Basic mit zusätzlichen Snapflaps, die mit den heutigen Computersteuerungen gegenläufig zum Höhenruder, aber auch als Landeklappen (mit nach oben gestellten Querrudern) verwendet werden können.

6 thoughts on “Die Geschichte der Curare

  1. Hanno Prettner war in meiner Jugen der Star unter den Modellfliegern.
    ich habe sogar noch eine Autogrammkarte von ihm, müste so 1978 gewesen sein.
    hab ihn 2 mal Live erleben dürfen.
    ich hoffe ihm geht es gut, er müste ja auch schon etwas älter sein.

    Gruß Rolf-K.

  2. Ich hatte mir Anfang der 1980er , ich glaube, von Simprop den in Holzbauweise ausgelgten
    Kasten, gekauft. Damals waren die Fernsteuerungen noch simpel, da waren die Einstellungen
    der Ruder, von Wegumkehr, Ruderausschläge usw an den Servos anzupassen. Da war
    noch nichts mit programieren. Meine Curare 60 habe ich mit dem elektrischen Einziehfahrwerk
    von Giezendanner und 10 cm3 Webra mit Resorohr geflogen. Im Winter mit Schneekufen.
    War wirklich tolles Modell. Heute elektrisch wahrscheinlich auch. Das Ding hat spass gemacht.

  3. Habe Hanno durch seine Verbindung zu unserem Club kennengelernt.Er war absolut mein Vorbild.
    Habe alle Modelle von Hanno selbst gebaut. Curare- Minare- Sicroly-Dalotel-Supersicroly. Jedes einzelne 2 bis 3x. Ich schwöre – jeder Erstflug war ein voller Erfolg. Modelle waren damals in Holzausführung (CATO ) erhältlich. Am Freitag gekauft – am Sonntag kurz vor Sonnenuntergang geflogen. Geschlafen ?????? Kaum!!!! Jetzt bin ich 62 Jahre und kaufte die 60er vom Schweighofer.
    Sehr schöner präzieser ARF Baukasten. Beste Qualität wie von Curare- OOOOTTTTOOOO Valant versprochen.Endgefertigt und eingeflogen wird das Modell von einem ebenfalls begeisterten Curare Fan Harald schüssler. (www.morethanscale.at) Freue mich riesig auf den Tag XXXX
    Herzliche Grüße an alle CURARINGER !!!!!!!!!!!!!!!

    • Hallo!
      Eine sehr schöne Aufstellung, die zeigt, was in uns Österreichern steckt, wenn man Begeisterung und Herz für sein Hobby aufbringt. Ich denke, Hanno Prettner war und ist für alle ein Vorbild. Vor zwei Wochen bin ich in unserem Stammverein mit meiner “alten” Magic zum Ziellandebewerb angetreten, und konnte wieder einmal sehr hoch punkten, was einzig und alleine den tollen Flugeigenschaften des Modells zuzuschreiben ist. So etwas gibt es heute nicht mehr zu kaufen, bzw. jetzt endlich wieder!
      Ich bin ebenfalls schon gespannt auf den Tag XXXX, und es wird bald soweit sein…
      Die Tragfläche ist bereits flugfertig ausgeführt, im Moment liegt der Rumpf noch leer auf dem Arbeitstisch und wartet auf die Ablängung des Bugfahrwerkes. Alles in allem ein sehr schöner Baukasten, allerdings mit Neuzeit Spuren, und unterscheidet sich deutlich von den Baukästen des letzten Jahrtausends. Aber – Die Ausführung ist nicht mit anderen Baukästen der heutigen Zeit zu vergleichen, und man stösst nur selten auf eine Ungereimtheit in der Bauanleitung, was eher Seltenheit geworden ist. Viel Spaß und liebe Grüße an alle Curare Fans!
      Harald Schüßler – more than scale composite

  4. Die ” Neue” Curare fliegt sich praktisch gleich wie seinerzeit die Kato Version. Nur viel präziser wegen der neuen RC-Teile und natürlich leiser (E-Antrieb) und viel viel gutmütiger im Landeanflug und beim Landen. Um einiges leichter als 1977 mit dem Webra Speed 60 und den Simprop Contest Servos. Langsame Rolle an der Schnur gezogen beim Erstflug. Sagt alles.

    Von mir eine absolute Kaufempfehlung.

    Man muss sich nur wieder an den höheren Speed im Kunstflug gewöhnen. Die modernen aktuellen Konstruktionen (Sebart Angel, Wind etc.) stehen da in der Luft fast. Aber mir taugt’s.
    Bin nun gerade dabei so es meine Zeit zulässt die Feineinstellungen an meine persönlichen Gewohnheiten anzupassen. Hanno’s Anleitung mit den Winkelschablonen sind äußerst hilfreich. So ergibt sich ein super Grundsetup das dann jeder umstricken kann wie er will.
    Die Propellergröße gefällt mir auch noch nicht ganz aber es wird schon werden.
    Ich hätte hier noch gerne das eine oder andere Bild eingestellt, das geht aber leider nicht. Schade.
    Allen die eine Curare besitzen egal ob alt oder neu noch viel Spaß damit.
    Glück ab gut Land.
    Walter

    • So nun ist nach dem vierten Flug alles nach meinen Vorstellungen eingestellt. Viel hat es ja nicht gebraucht denn das Grundsetup von Hanno ist schon sehr sehr gut !

      Als Propeller habe ich nun eine 12 X 8 Verbrenner ABC. Ich meine die ist bei den hohen Drehzahlen in Verbindung mit der höheren Geschwindigkeit effizienter. Irgendwen wird es sicher geben der mich dann eines besseren belehrt.

      Auf Tiefe habe ich den Ausschlag noch erhöht da beim Humpty Pump es zackiger gehen sollte.
      Mit den modernen RC-Anlagen ist das alles kein Problem.

      Großer Kritikpunkt ist das sehr sehr ungenau gefertigte Elektrische Fahrwerk von Schweighofer, welches zum Kit der Curare angeboten wird. Die Teile haben sehr viel Spiel in den Betätigungsschlitten (Spindel) so das die Fahrwerkbeine in den Endstellungen außen an den Rädern fast einen Zentimeter Spiel haben. Da kenne ich viel Präziseres oder ich werde da mal selbst was machen. Da ist und bleibt eben Giezendanner der Maßstab, aber um den Preis gibt’s leider keines aus der Schweiz.
      Für das Fahrwerk gibt es von mir keine Kaufempfehlung. Ich habe mir erstmals dadurch geholfen das ich im Flügel und im Rumpf in eingefahrenen Zustand mit weichem Schaumgummi Anschläge eingeklebt habe. So ist wenigstens im Flug Ruhe.

      Viele Grüße

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